FLIMMO Fachportal Medienerziehung

Medienarbeit mit Kindern > Anregungen > Rezeptive Medienarbeit/ Medienbezogene Aktivitäten > Medienanalyse: Sichtung und Analyse eines Films (ab 8 Jahren)
Wortbildmarke Flimmo Programmberatung für ElternFachportal MedienerziehungFLIMMO Programmberatung für Eltern

Medienanalyse: Sichtung und Analyse eines Films

Zielgruppe: ab 8 Jahre

Zielsetzung:

  • Bewusste Rezeption von Filmen
  • Durchschauen der filmischen Strukturen und Wirkmechanismen
  • Entwicklung von Kriterien zur Filmauswahl 

Beschreibung

Als Einstieg werden die Rezeptionsgewohnheiten, -vorlieben und der Kenntnisstand der Kinder im Bereich Film ermittelt. Dazu werden im Sitzkreis Prints (ausgedruckte Filmbilder aus Magazinen oder Internet) zu unterschiedlichen Filmen ausgelegt. Bei der Auswahl der Filmbilder sollte auf eine große Spannbreite geachtet werden (verschiedene Genres, Real- und Animationsfilme, aktuelle Filme und Klassiker usw.). Im gemeinsamen Gespräch können die Kinder ihre Lieblingssendungen beschreiben und deren positive bzw. negative Aspekte anführen und begründen.

In einem nächsten Abschnitt sollen den Kindern die wichtigsten Grundlagen filmischer Gestaltung altersgerecht vermittelt werden. Dazu gehören der Aufbau einer Geschichte, die Charakterisierung der handelnden Personen, sowie technische Gestaltungsmittel (Einstellungsgrößen, Perspektiven, Licht, Ton/Musik). Die Vermittlung sollte durch anschauliche Beispiele und sinnlich erfahrbare Übungen kindgerecht gestaltet werden. So kann die grundlegende Struktur eines Filmes als Abfolge (bewegter) Einzelbilder zum Beispiel durch das gemeinsame Basteln eines Daumenkinos demonstriert werden. Kameraperspektiven und deren Wirkung werden dagegen im Rollenspiel erfahrbar. Die Bedeutung von Ton wird durch das Sichten einer Filmsequenz unter Weglassen der Audiospur deutlich. Das Vorspielen verschiedener musikalischer Themen kann in einem anschließenden Gespräch münden, in dem die Kinder berichten, welche Bilder die Musik in ihrer Vorstellung hervorgerufen hat. Schließlich kann aus den Ergebnissen des Stuhlkreisgesprächs und der vermittelten theoretischen Grundlagen eine Art Kriterienkatalog zur Filmbeschreibung und -bewertung erstellt werden.
Bei der gemeinsamen Sichtung eines nicht zu langen Filmbeispiels wird das Erlernte schließlich erprobt.

Hinweise/Variationen

Je nach Alter und Vorkenntnissen der Kinder kann die Vermittlung der filmischen Gestaltungsmittel tiefer ins Detail gehen. Bei der Auswahl der Filme sollte man neben ihrer Altersgerechtheit besonders am Anfang die Länge und thematische Komplexität berücksichtigen. Zum Einstieg empfiehlt es sich, auf zeitlich überschaubare und thematisch nicht zu anspruchsvolle Filmbeispiele zurückzugreifen. Dadurch werden die Anforderungen an die Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder nicht zu hoch. Wurden die grundlegenden Strategien der Filmbeschreibung und -bewertung bereits verinnerlicht, kann bei der Filmauswahl allmählich auch auf Filme zurückgegriffen werden, die auch inhaltlich stärker zur Diskussion anregen und Alternativen abseits des Mainstreams bieten.

Die Filmanalyse mit Kindern bietet sich aufgrund ihrer Komplexität als kontinuierliches Projekt an. Dabei können die Ergebnisse der Kinder auch in Internet, Hortzeitung oder ähnlichen Publikationen veröffentlicht und für Dritte einsichtig gemacht werden.

Weiterführende Inhalte

Externe Links

lernort-kino.de Institut für Kino und Filmkultur
film-kultur.de Institut für Kino und Filmkultur
Kinderfilmredaktion Münchner Kino Kinder des Medienzentrums München
© Programmberatung für Eltern e.V. 1997 - 2010
Alle Rechte vorbehalten.