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Tür- und Angelgespräche: Möglichkeit zum individuellen Kontakt

 

Es muss nicht immer ein Großereignis initiiert werden, um mit Eltern in Kontakt zu kommen. Im Gegenteil, manche Dinge sind auf dem informellen Weg, zwischen Tür und Angel, beim Abholen des Kindes, am besten anzusprechen. Gerade in Sachen Fernsehkonsum und Co. sind Eltern oft verunsichert und haben ein schlechtes Gewissen, daher sind Diskretion und Taktgefühl vonnöten, wenn Sie bestimmte Beobachtungen oder Auffälligkeiten ansprechen möchten – dafür eignet sich ein kurzes, persönliches Gespräch besser als ein Elternabend in großer Runde. Anknüpfend daran bietet sich eventuell auch ein weitergehendes Beratungsgespräch an, wenn ein Kind Ihrer Meinung nach zu viel fernschaut oder bestimmte Medienerlebnisse weniger gut verarbeitet. Hier kann gezielt über das Problem gesprochen und gemeinsam nach individuellen Lösungen gesucht werden – Hemmschwellen werden dadurch eher abgebaut, denn die Eltern wissen, dass sie unterstützt werden, und fühlen sich ernst genommen.

Bevor allerdings das Gespräch gesucht wird, sind einige Vorüberlegungen wichtig:

  • Was fällt mir am Verhalten des Kindes auf?

  • Wie sieht der Medienumgang des Kindes aus? Was stört mich daran?

  • Aus welchem Grund bringe ich das Verhalten und den Medienkonsum des Kindes in Zusammenhang?

  • Welche Erklärungen gibt es möglicherweise? Gibt es eventuell auch andere Gründe als den Medienkonsum?

Auch im Hinblick auf das Gespräch mit den Eltern sollte vorab überlegt werden:

  • Welche Beobachtungen in Bezug auf das Kind – speziell auf sein Medienverhalten – will ich vermitteln?

  • Was ist mir über die Familie und ihre Lebensbedingungen bekannt? Möchte ich mehr darüber erfahren?

  • Was möchte ich den Eltern vermitteln? Welche Tipps kann ich ihnen geben, damit sie den Medienumgang ihres Kindes steuern können?

Eine spezielle Form des Austauschs ist der Elterngesprächskreis oder der Elternstammtisch. Hier können die Eltern in lockerer Zusammenkunft Erfahrungen austauschen. Dieses offene Angebot ermöglicht es Erziehenden, Themen zu besprechen, die sie interessieren, die ihnen unter den Nägeln brennen, aber auch voneinander zu lernen oder gemeinsam Ideen, Lösungsmöglichkeiten oder Alternativen zu entwickeln. Natürlich können Sie als Pädagoginnen und Pädagogen auch Themen, Ideen und Überlegungen, gerade zum Thema Medienerziehung, einbringen, aber auch offene Fragen der Eltern beantworten.
 

Literatur:
Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern (Hrsg.): Alles auf Empfang?
Familie und Fernsehen. Zusammenarbeit mit Eltern. Ein Leitfaden für die medienpädagogische
Arbeit in Kindergarten und Grundschule zum Thema Fernsehen. Donauwörth: Auer 1995.

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