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 Vorhang auf: Kinonachmittag für kleine und große Filmfans

Vorhang auf und Film ab

Warum die Sporthalle nicht mal in einen Kinosaal verwandeln? Filme können, gemäß des situationsorientierten Ansatzes, Wünsche und Themen der Kinder aufgreifen und an ihrer Lebenswelt anknüpfen – kindgerechte Filme bieten neben der guten Unterhaltung auch Anregungen, Sichtweisen und Orientierungen für die Kinder, wenn zum Beispiel Themen rund ums Familienleben, Freundschaft und Zusammenhalt, Angst und deren Bewältigung, Trauer, Hilfsbereitschaft etc. aufgegriffen werden. Aber auch ein bereits behandeltes Thema kann mit dem Filmeinsatz vertieft werden und das Wissen der Kinder erweitern: Tiere, Umwelt(schutz), andere Kulturen, Jahreszeiten u.v.m. Eltern und andere Bezugspersonen können hier auch mit von der Partie sein: Das fördert nicht nur das gemeinsame Erlebnis, sondern schult die Wahrnehmung der Eltern, wie die Mädchen und Jungen das Gesehene finden, welche Figuren sie mögen, welche Szenen ihnen gar nicht gefallen und wie sie ihre Filmerlebnisse verarbeiten.

Was ist bei der Filmauswahl zu beachten?

Aus der Fülle des Angebots den geeigneten Film zu finden, muss nicht schwierig sein: Internetseiten, Filmkataloge oder auch Bildstellen geben Tipps und Altersempfehlungen (s. Kasten rechts) für den Einsatz. Bevor der Film allerdings gezeigt wird, ist es sinnvoll, sich diesen im Team anzusehen. Dann kann sichergestellt werden, dass er geeignet ist und den Erwartungen entspricht. Auch auf Altersfreigaben muss geachtet werden, denn bei Filmen mit der Einstufung „nicht unter sechs Jahren“ sind jüngere Kinder ausgeschlossen.

Wie komme ich an die Filme und die entsprechende Technik?

Über die Kataloge der Kreis- oder Stadtbildstellen kommen sie an die entsprechenden
Filme, aber auch über Landesfilmdienste oder Medienzentren können Sie Filme leihen. Die benötigte Technik – Projektor, Leinwand, Abspielgeräte etc. – sind ebenfalls über diese Einrichtungen zu bekommen (s. Kasten rechts).

Planung, Organisation und Durchführung

Die Kinder, aber auch die Erwachsenen können schon von vornherein in die Planung, Organisation und Durchführung einbezogen werden.

Im Vorfeld werden zum Beispiel gemeinsam:

  • Einladungen, Plakate und Eintrittskarten gestaltet

  • Bauchläden gebastelt, aus denen während der Vorführung Saft und Popcorn verkauft werden können.

Bevor es dann losgeht, können sich die Kinder als Kartenabreißer betätigen und den Film auch gleich ansagen. Taschenlampen sollten unbedingt vorhanden sein, falls doch mal jemand vor die Tür möchte. Der Raum sollte so hergerichtet sein, dass man es sich mit Decken, Matratzen und Kissen gemütlich machen kann.

Nach dem Abspann muss nicht Schluss sein

Der gesichtete Film kann Anlass zu einer Aktion sein – am besten direkt danach, damit alle, auch Eltern und andere einbezogen werden können. In verschiedenen Stationen kann sich spielerisch mit dem Gesehenen auseinandergesetzt werden.

Hier einige Ideen:

  • Kreatives: Die Kinder malen ihre Lieblingsszenen oder basteln ihre FilmheldInnen
    aus Knete, Papier, Stoff, Holz ... Ebenso aufschlussreich sind Rollenspiele von Eltern und Kindern, in denen Teile der Spielhandlung, die besonders beeindruckt oder gefallen haben, nachgespielt werden. Auch Pantomime oder Schattenspiel können zum Einsatz kommen, wenn Filmfiguren nachgestellt und geraten werden.

  • Kulinarisches: Wenn die Filmhandlung das Leben anderer Kulturen beinhaltet,
    kann etwas Landestypisches – am besten unter Beteiligung der Eltern aus diesem Kulturkreis – gekocht werden.

  • Erzählen: Basiert der Film auf einer Buchvorlage, kann die Geschichte hinterher verwendet werden, indem man gemeinsam einen anderen Ausgang überlegt oder daraus eine weiterführende Geschichte ersinnt.

  • Filmkritik: Nach dem Film bewerten alle ZuschauerInnen das Gesehene. Es gibt
    drei Kategorien, illustriert durch zum Beispiel drei unterschiedliche Smileys:
    entweder auf einem Auswertungsbogen/einer Plakatwand oder durch Behälter, in die Murmeln eingeworfen werden können. Je nach Alter der Kinder können
    natürlich auch Begründungen erfragt und aufgeschrieben, die Zitate können dann wiederum vielfältig verwendet werden.

  • Interviews: Aus einem Karton wird ein „Fernseher“ hergestellt, Kinder und Erwachsene interviewen sich gegenseitig zum Film, das wird fotografiert oder
    mit der Kamera aufgezeichnet.

  • Elterninformation: Auch hier kann ein für diese Aktion vorbereiteter Medienticker für die Eltern zum Einsatz kommen: eine Auswahl empfehlenswerter Filme sowie Kriterien, die bei der Auswahl helfen, Informationsmöglichkeiten, Erläuterungen zu den Altersfreigaben im Kino etc.

  • Dokumentation: Es lohnt sich, den Kinonachmittag per Foto zu dokumentieren. Gemeinsam mit den Ergebnissen und Produkten aus den anderen Aktivitäten kann hinterher in Zusammenarbeit mit den Eltern eine (Wand-)Zeitung hergestellt und entweder zur Ansicht ausgelegt oder für jede Familie eine Kopie hergestellt
    werden. Die älteren Kinder können aber auch als Reporter mit Videokamera ausgerüstet eine kleine Dokumentation drehen, die wiederum auf dem nächsten Elternabend gezeigt werden kann.
     

Literatur:
Näger, Sylvia: Kreative Medienerziehung im Kindergarten. Ideen – Vorschläge – Beispiele.
Freiburg i. Breisgau: Herder 1999.

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